Die Demokratie ist auf allen Ebenen zunehmendem Druck durch populistische, polarisierende und autoritäre Strömungen ausgesetzt. Unser Netzwerk setzt sich für demokratische Vielfalt und gegenseitigen Respekt ein und bietet allen Interessierten mit seinen regelmäßigen Treffen eine Plattform für den Austausch und die Planung von Aktionen zur Förderung unserer Demokratie.
Das Wort des Bürgermeisters hat die Demokratie-Initiative aufgeschreckt: Wenn das Land die Tarifsteigerungen des Rheinischen Landestheaters Neuss nicht mitträgt, droht die Insolvenz der Bühne! „Wir wissen noch nicht, wie wir damit genau umgehen wollen, aber hinnehmen kann man das nicht“, sagt Peter Bromkamp für das Demokratie-Netzwerk Neuss. „Wir werden in den kommenden Wochen sicherlich viele Vereine und Initiativen ansprechen, um festzustellen, wie geschlossen sich die Stadtgesellschaft jenseits der politischen Parteien gegen das drohende Aus des Theaters aufstellt.“ Die finanziellen Argumente aus der Politik greifen nicht wirklich, da die Kultur und darin das Landestheater nur einen verschwindenden Anteil am Haushalt hat. „Eine Abwärtsspirale des RLT sehen wir als Schwächung der demokratischen Vielfalt.“
Das Landestheater ist nur eines der Themen, die die Initiative interessieren. So gibt es einen regelmäßigen Austausch über Demo-Termine, soweit es sich um für die demokratischen Rechte wichtige Themen handelt. Bisher gab es eine starke Beteiligung an den Demos, die eine Initiative mehrerer Bundesländer für die verfassungsgerichtliche Prüfung eines Verbots der AfD unterstützen. Oder auch der monatliche Digital Independence Day, an dem sich Menschen zusammenfinden und über die Wege zur Unabhängigkeit von den Tech-Giganten nachdenken. Schließlich die Widerstände der Bürgergesellschaft in der US-Stadt Minneapolis, über die ein dort lebender Neusser berichtet hatte.
Damals hieß die Initiative noch „Demokratisch.offen. Neuss“. Deren Abkürzung „DoN“ hatte allerdings – nicht nur bei Mitgliedern – Kopfschütteln ausgelöst: Der Don ist Ausdruck einer patriarchalen Gesellschaft und deshalb ungeeignet. Diesem Vorwurf hat die Initiative Rechnung getragen und sich umbenannt.
„Wir sind immer noch in einer Suchbewegung, was die Organisation angeht, aber wen wir ansprechen wollen, ist ziemlich klar: Liberale und Konservative sollen genauso dazugehören wie sozial oder ökologisch orientierte Menschen. Gemeinsame Plattform ist das Grundgesetz, das durch rechtsradikale und populistische Narrative unter Druck gerät. „Diese Narrative werden nicht nur von der AfD bedient, sondern sind manchmal auch in eigentlich demokratischen Parteien lebendig. Insofern positionieren wir uns jenseits aller Parteien für demokratische Strukturen und Inhalte“, sagt Peter Bromkamp für die Initiative.
Eine Vereinsgründung wird von allen Beteiligten angestrebt, steht aber noch nicht unmittelbar vor der Tür.
Wer also Interesse hat, im „Demokratie-Netzwerk Neuss“ aktiv zu werden, muss auch offen sein für die Diskussion der Positionierung, die in den kommenden Monaten ansteht. Interessent:innen melden sich unter kontakt (at) demokratisch-offen-neuss.de oder kommt zum nächsten Treffen am Montag, dem 11. Mai in den Further Hof.
